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Ponys | Basics zu den kleinen Kraftpaketen mit Charme

zuletzt aktualisiert 17.10.2022
Schmusen mit dem Pony
Foto © PedkoAnton shutterstock
Inhaltsverzeichnis

Mit seiner wuscheligen Mähne, dem dichten Schweif und den kleinen Ohren wirkt der Prototyp des Ponys sehr niedlich. Dennoch steckt in den kleinen Pferdchen jede Menge Kraft.

Hinsichtlich der Härte, Ausdauer und Leistungsfähigkeit stehen sie den Großen in nichts nach. In vielerlei Hinsicht sind sie den Warmblütern sogar überlegen.

Mit ein paar wenigen Ausnahmen sind Ponys keine Zwerge, denn sie entsprechen dem Urtyp des Pferdes. Die meisten Wildpferde fallen in diese Kategorie.

So erreicht zum Beispiel das Przewalski-Pferd eine Höhe von nur 1,34 bis 1,46 m. Die wildlebenden Dülmener im Merfelder Bruch in Westfalen sind noch ein Stück kleiner.

Sind Ponys eine Pferderasse?

Es gibt zwar verschiedene Ponyrassen, eine eigene Rasse sind Ponys allerdings nicht. „Pony“ ist der Überbegriff für alle Pferde mit einem Stockmaß von bis zu 1,48 m. Es handelt sich somit um Kleinpferde.

Das Stockmaß ist die Maßeinheit, mit der man die Höhe eines Pferdes misst. Gemessen wird vom Boden bis zum Widerrist, der Erhöhung zwischen Rücken und Hals.

Die Einordnung in diese Kategorie ist vor allem für die Turnierteilnahme wichtig, denn Klein- und Großpferde gehen getrennt an den Start und erhalten eine dementsprechend angepasste Bewertung.

  • Zu den M-Ponys gehören Kleinpferde mit einem mittleren Stockmaß von 1,28 bis 1,37 Metern.
  • K-Ponys sind als kleinste Variante bis zu 1,27 Meter hoch.
  • Größere Tiere mit einem Stockmaß von 1,38 bis 1,48 Metern fallen in die Kategorie „G“. In diesem Zusammenhang ist auch von Endmaßponys die Rede.

Es ist möglich, dass Tiere ein und derselben Rasse in unterschiedliche Kategorien fallen. So gibt es zum Beispiel etliche Haflinger und Norweger, die das Endmaß überschreiten und somit zu den Großpferden zählen.

Welche Ponyrassen gibt es?

Deutschland ist traditionell die Heimat vieler Großpferde. Es gibt nur wenige echte deutsche Ponyrassen. Dazu gehören das Deutsche Reitpony, der Lewitzer und das Dülmener Wildpferd.

Ein Ponyland mit großer Vielfalt ist Großbritannien. Von den zu Schottland gehörenden Shetlandinseln stammt das kleine Shetlandpony. Dieses erreicht ein Stockmaß von rund einem Meter.

Auf Basis dieser Rasse schufen Züchter in Argentinien das Falabella, das mit einem Stockmaß von 30 bis 86 Zentimetern das kleinste Pony der Welt ist und unter anderem als Blindenführpferd eingesetzt wird.

Das Welsh-, New-Forest-, Highland-, Connemara-, Dartmoor- und Exmoor-Pony stammen ebenfalls aus Britannien.

Der Haflinger ist ein italienisches Kleinpferd aus den Südtiroler Alpen. Es gibt die Rasse in einer ursprünglichen und modernen Variante. Dem modernen grazileren Edelbluttyp gehören viele erfolgreiche Sportpferde an.

Der Prototyp des zotteligen Robustponys ist der Isländer. Dieser ist eng mit dem Fjordpferd verwandt.

Konik und Huzule sehen dem Tarpan, einem inzwischen ausgestorbenen europäischen Wildpferd, ähnlich.

Auf dem Ponyhof
Pony können auch ganz schön klein sein
Foto © mark gusev shutterstock

Welche Vorteile bieten Kleinpferde?

Kleinpferde besitzen eine handliche Größe. Sie sind umgänglicher und leichter zu besteigen. Darüber hinaus besitzen sie zumeist ein ruhiges und gutmütiges Wesen.

Kleine Pferde brauchen außerdem weniger Platz. Das betrifft die Box und den Auslauf ebenso wie den Hänger. Zudem sind Ponys allgemein genügsam und widerstandsfähig. Die meisten Ponyrassen eignen sich hervorragend für die Robusthaltung im Offenstall.

Viele Kleinpferde erreichen ein Alter von über 30 Jahren und sind bis zu ihrem 25. Lebensjahr einsatzbereit. Einzelne Tiere werden sogar noch älter. Es gibt beispielsweise Lewitzer, die das 40. Lebensjahr locker überschreiten.

Ein weiterer Vorteil ist die Leichtfuttrigkeit, die jedoch gleichzeitig ein gesundheitliches Risiko birgt. Viele Ponyrassen sind auf karge Nahrung spezialisiert. In ihrer ursprünglichen Heimat weist die Landschaft oft nur einen spärlichen Bewuchs auf. Die Wiesen sind mager. Um überleben zu können, müssen die Pferde nahezu unentwegt fressen.

Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Tiere jedem Grashalm hinterherjagen. Die Pferde sind hervorragend an das ärmliche Nahrungsangebot angepasst und deshalb sehr gute Futterverwerter. Kurzum, sie überzeugen mit einem geringen Verbrauch.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass sie mit unseren fetten Wiesen und dem Überangebot an Futter oft nicht zurechtkommen. Die Folge sind Wohlstandskrankheiten wie Fettleibigkeit und Hufrehe.

Die meisten Ponys benötigen deshalb eine angepasste Fütterung und keine oder stark reduzierte Kraftfuttergaben.

Sind Ponys immer Robustpferde?

Viele Ponys besitzen einen kompakten Körperbau und eine zweigeteilte Wuschelmähne, die den Hals vor der Witterung schützt. Sie entwickeln ein dichtes Winterfell und eignen sich hervorragend für die ganzjährige Freilandhaltung.

Zu diesen Ponys gehören beispielsweise die Isländer, Fjordpferde und Shetlandponys. Die Anpassung an das harte Klima machte die Pferde zäh. Das schlägt sich auch in der charakterlichen Ausprägung nieder.

Sprichwörtlich ist das der Ponydickkopf, denn viele Kleinpferde sind zwar gutmütig, aber zugleich sehr stur. Sie verlangen nach einem Reiter mit Durchsetzungsvermögen, ansonsten endet der Ausritt beim nächsten Grasbüschel.

Was ist ein Sportpony?

Es gibt auch feingliedrige Rassen, die sich durch schwungvolle Gänge und exzellente Rittigkeit auszeichnen. Der Vollblutanteil ist hier unverkennbar. Diese Sportponys reagieren sensibel auf die kleinste Hilfe und besitzen ein elegantes und geschmeidiges Exterieur. Sie bringen in der Dressur, im Springen und in der Vielseitigkeit Spitzenleistungen und sind erfolgreich auf zahlreichen Turnieren vertreten.

Kurzum, es handelt sich hierbei optisch und charakterlich um die Miniaturausgabe großer Sportpferde.

Zu diesem sportlichen Typ gehört zum Beispiel das Deutsche Reitpony. Aber auch das Connemara, das Welsh-Pony und der Edelblut-Haflinger sind bei Wettkämpfen erfolgreich.

Viele dieser Pferde liegen im Endmaßbereich. Dennoch sind sie nicht so stark gebaut wie andere Kleinpferde. Sie eignen sich in erster Linie für sportlich ambitionierte Kinder und leichte Erwachsene.

Freizeitreiten auf Islandpferd
Islandpferde eigene sich als Ponys für Erwachsene
Foto © Trabland - Peter Schmitz

Welche Ponys eignen sich für Erwachsene?

Allgemein handelt es sich bei den Ponys um typische Kinderreitpferde. Allerdings eignen sich die meisten Rassen auch hervorragend für leichtere Erwachsene. Einige Exemplare sind sogar ausgesprochene Gewichtsträger. Diese Tiere besitzen einen kurzen tragfähigen Rücken und kräftige Röhren. Ob ein Pferd dazu in der Lage ist, viel Gewicht zu tragen, hängt nicht allein vom Stockmaß ab.

Ein feingliedriges Warmblut kann schwächer sein als ein kräftig gebauter Haflinger vom alten Schlag. Die Richtlinie, dass Pferde lediglich 15 bis 20 Prozent ihres Körpergewichts tragen sollten, stammt aus neuerer Zeit und ist den aktuellen Tierschutzbemühungen geschuldet.

Auch ethische Gesichtspunkte spielten hierbei eine Rolle. Größere Anstrengungen möchte man heute Mensch und Tier nicht mehr zumuten. Ursprünglich mussten die Pferde jedoch deutlich mehr leisten. Das traf in den früheren Jahrhunderten allgemein auch auf die Menschen zu.

In den Bergwerken schufteten Shetlandponys gemeinsam mit den Bergleuten bis zum Rande der Erschöpfung. Und die Lasten, die die kleinen Pferde auf den Shetlandinseln trugen, überschritten die heute empfohlenen 50 Kilogramm bei Weitem.

Typische Gewichtsträger

Auch heute noch gibt es Haflinger als Trag- und Reittiere bei der Bundeswehr sowie beim Militär in der Schweiz und in Österreich. Die Tiere verrichten im Gebirge ihren Dienst und schleppen dabei Lasten von 150 Kilogramm über Stunden hinweg durch das unwegsame und oft auch steile Gelände. Pro Tag legt ein solches schwer bepacktes Tragpferd bis zu 100 Kilometer zurück.

Wenig Gedanken über das Reitergewicht machen sich auch die Isländer. Die Pferde wiegen im Schnitt etwa 350 Kilogramm. Die Tiere werden traditionell bei der Heuernte eingesetzt. Jedes Pferd trägt etwa 100 Kilogramm. Isländische Studien befassten sich mit dem Effekt des Reitergewichts und kamen zu dem Schluss, dass maximal 35 Prozent des Eigengewichts, durchschnittlich sind das 128 Kilogramm, den meisten Tieren nicht schaden, wobei es auch Pferde gab, die mit dem steigenden Gewicht nicht so gut zurechtkamen wie andere.

In Rumänien müssen die angehenden Zuchthengste der Rasse „Huzule“ im Alter von drei Jahren eine strenge Eignungsprüfung bestehen. Teil der Prüfung ist das Tragen von 120 Kilogramm über eine zehn Kilometer lange Strecke. Die Hälfte der Strecke verläuft bergauf und die andere bergab.

Dieses Gewicht trägt auch das Fjord-Pony.

Zu den ältesten Ponyrassen der Welt gehört das Mongolische Pferd. Mit einem Stockmaß von 1,30 bis 1,45 Metern trugen die kleinen Pferde die bewaffneten Krieger Dschingis Khans von Asien bis nach Osteuropa. Mit dem Mongolischen Pferd ist das Altai-Pony verwandt. Dieses stammt aus dem russischen Altai-Gebirge und ist dazu in der Lage, bis zu 150 Kilogramm schwere Lasten durch den Schnee zu schleppen.

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