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Regendecke fürs Pferd | Darauf solltest du achten

zuletzt aktualisiert 05.03.2024
Weißes Pferd mit blauer Regendecke steht auf grüner Wiese und frißt
Foto © gabriel12 shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

„Ist’s im Frühjahr kühl und nass, füllts dem Bauern Scheun und Fass…“ Für die Landwirte mag der Regen ja gut sein, aber Pferdehalter sehnen sich im Frühling nach blauem Himmel und Sonnenschein. Und ihren Pferden geht es wohl ähnlich: Sie wollen endlich wieder auf einer großen Weide herumtollen.

In einem verregneten Frühjahr stellt sich bloß die Frage, wann das möglich sein wird. Auch wenn ein Unterstand auf der Wiese ist – es darf ja nicht immer jedes Pferd hinein. Und wer sieht schon gern sein Pferd bibbernd im Regen stehen? Ob da wohl Regendecken für Pferde eine gute Lösung sind?

Wann brauchst du eine Regendecke fürs Pferd?

Prinzipiell sind Pferde von der Natur so ausgestattet, dass sie mit jedem Wetter zurechtkommen – ansonsten könnten Wildpferde ja überhaupt nicht überleben. Sie haben ein völlig anderes Temperaturempfinden als wir Menschen. Damit wir uns ohne Oberbekleidung wohlfühlen, muss die Temperatur schon deutlich über 20 °C liegen. Der Wohlfühlbereich für Pferde in unseren Breiten – also der Temperaturbereich, in dem sie weder frieren noch schwitzen – liegt hingegen zwischen minus 5 und plus 20 °C.

Diese Werte gelten allerdings nur für junge gesunde Pferde in gutem Futterzustand, nicht für ältere, geschorene oder chronisch kranke Tiere. Normalerweise sind Pferde durch ihr Fell ausreichend geschützt, um auch bei nassem Wetter nicht zu frieren. Sie drehen einfach ihre Hinterhand in den Wind, damit sie dem Regen eine möglichst kleine Angriffsfläche bieten. So sind auch ihre Genitalien, die Augen, Ohren und Nüstern relativ gut geschützt.

Schnee macht ihnen überhaupt nichts aus: Er dringt nicht ins Fell ein und hat keine Auswirkungen auf die Thermoregulation der Pferde. Nur beim Zusammenspiel von starkem Wind und Regen werden sie bis auf die Haut durchnässt – falls sie keine Möglichkeit haben, sich unterzustellen. Bei Offenstall- oder Weidehaltung ist unter solchen Wetterbedingungen eine Regendecke fürs Pferd durchaus angebracht. Es kann nämlich selbst bei großen Unterständen vorkommen, dass rangniedrige Tiere daraus verjagt werden.

Unser Tipp: Alte, kranke, geschorene und rangniedrige Tiere sind, wenn sie robust gehalten werden, bei „Schietwetter“ mit Regendecken für Pferde gut bedient.

Wann sind Nierendecken für Pferde angesagt?

Regen-Ausreitdecken oder Nierendecken haben die Funktion, den Nierenbereich auf einem Ausritt vor dem Auskühlen durch den Regen zu schützen. Bei Pferden aus Boxenhaltung kann das durchaus Sinn machen, weil sie zumeist ein weniger dichtes Winterfell haben als Tiere, die viel Zeit unter freiem Himmel verbringen. Wenn sie auch noch geschoren sind, ist eine Nieren- oder Regendecke für Pferde sogar ein Muss.

Pferde aus Offenstall- oder Weidehaltung sind auch bei Ausritten im Regen durch ihr Winterfell vor dem Auskühlen geschützt. Noch dazu wird ihr Kreislauf durch die konstante Bewegung angekurbelt, was die Durchblutung fördert. Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass es einem Reiter bei Ausritten im Regen zu kalt wird, als dass ein artgerecht gehaltenes Freizeitpferd dabei friert.

Zwei Pferde bei Regen fressend auf der Weide, ein Pferd ist weiß braun gescheckt und das andere Pferd ist weiß mit einer Regendecke
Zwei Pferde bei Regen auf der Weide
Foto © tviolet shutterstock.com

Gibt es Regendecken mit Abschwitzfunktion?

Vor Kurzem fragte uns eine Leserin: „Kann ich eine Regendecke auf ein nasses Pferd legen?“. Dabei ging es um ein Pferd, das bei der Arbeit geschwitzt hatte. Es hatte angefangen zu regnen und jetzt sollte das Tier wieder zurück in den Offenstall, weil die Besitzerin nach Hause fahren wollte. Unsere Antwort war: „Nein, auf keinen Fall – außer du hast eine Regendecke mit Abschwitzfunktion“.

Hochwertige Regendecken für Pferde sind atmungsaktiv. Aber die Wasserdampfdurchlässigkeit ist in den seltensten Fällen so hoch, dass ein nasses Pferd darunter wirklich trocken werden kann. Zumeist kriecht die Feuchtigkeit in solchen Fällen in das Deckenfutter. Bestimmte Decken – beispielsweise Regendecken von Bucas mit Abschwitzfunktion – sind aber mit einem Innenfutter ausgestattet, das Feuchtigkeit schnell nach außen ableitet. Außerdem ist bei solchen Hightech-Pferdedecken die wasserdichte Membran extrem wasserdampfdurchlässig.

Unser Tipp: Nasse Pferde erst unter einer Abschwitzdecke oder im Solarium trocknen lassen, bevor ihr sie mit einer Regendecke ins Freie entlasst. Wenn du dazu keine Zeit hast, kannst du aber auch eine Regendecke mit Abschwitzfunktion kaufen.

Eignen sich im Frühjahr ungefütterte Regendecken für Pferde?

Es gibt ja ziemlich kontroverse Ansichten zum Thema „Pferde eindecken“ im Internet. Dabei taucht auch immer wieder das Argument auf, dass Regendecken für Pferde das Winterfell zusammendrücken und die Tiere deshalb mehr frieren als ohne Decke. Belastbare Studien zu diesem Thema gibt es im Moment noch nicht. Aber wir können aus eigener Erfahrung berichten.

Letztes Jahr hatte ich mich entschlossen, unserem Piccolo – einem Pony mit dichtem Winterfell – für alle Fälle eine Regendecke zu kaufen. Er hatte ja einen dicken Wintermantel, also hatte ich mich für eine ungefütterte Regendecke entschieden. Als ich sie nach dem ersten Einsatz abnahm, sah ich sofort, dass in der Sattellage und auf der Kruppe das Winterfell völlig plattgedrückt war.

Eigentlich logisch: Der Regen prasselt ja mit einer gewissen Kraft auf den Pferderücken und drückt die Decke und damit auch das Fell nach unten. An den Flanken war das Fell normal, also konnte es nicht an einem zu engen Schnitt liegen. Unser armer Kleiner hatte also letztendlich den kalten Regen mehr oder weniger direkt auf die Haut abbekommen, weil es keine Isolierung mehr zwischen der Decke und seinem Rücken gab.

Unser Tipp: Wenn schon eine Regendecke für Pferde mit dichtem Winterfell, dann eine mit leichter Fütterung (z.B. 50 Gramm). Die eher starren synthetischen Fasern des Innenfutters werden nicht vom Regen zusammengedrückt und bilden eine effektive Isolierschicht am Pferderücken.

Ein braunes Minipony steht im Regen auf einem Waldweg und hat einen schwarzen Regenschirm auf dem Kopf
Foto © Titelbild C PS ai IMG_6215 kopie.com

Wie viel Gramm Pferdedecken-Fütterung für welchen Zweck?

Für alle warmblütigen Lebewesen gibt es eine thermoneutrale Zone (TNZ), in der keine Energie aufgewandt werden muss, um die Körperkerntemperatur im Inneren des Organismus aufrecht zu erhalten. Allerdings liegt die TNZ bei verschiedenen Warmblütern in unterschiedlichen Bereichen. Ausgewachsene mitteleuropäische Pferde haben zum Beispiel eine Körpertemperatur von etwa 38 °C und und ihre TNZ liegt in Temperaturbereichen von minus 5 bis 20 °C.

Wenn es wärmer oder kälter wird, setzt ihre Thermoregulation ein: Sie schwitzen oder sie stellen ihre Haare auf, um mehr Wärme zwischen ihnen speichern zu können. Wir Menschen reagieren übrigens genauso auf Wärme- oder Kältereize. Nur, dass die „Gänsehaut“ bei uns keinen isolierenden Effekt mehr hat, weil wir unser Fell schon seit Jahrtausenden verloren haben. Vergiss also nicht, dass dein Pferd sich besser gegen Kälte schützen kann als du.

Die Website der International Society for Equitation Science hat eine Studie von Kim Hodgess – Hodgess, K (Nov 18) ISES Media Releases: ‘To rug or not to rug?’ – veröffentlicht, in der es um dieses Thema ging. Offensichtlich wird viel zu oft die eigene Kälteempfindung als Maßstab dafür verwendet, ob ein Pferd eingedeckt werden sollte oder nicht. Bei den meisten eingedeckten Pferden wurden zwischen der Decke und dem Pferdekörper Temperaturen gemessen, die weit über dem Wohlfühlbereich der Tiere lagen.

Unser Tipp: Die Fütterung einer Regendecke fürs Pferd sollte im Frühling und im Herbst etwa 50 bis maximal 100 Gramm wiegen. Bei Schneeregen im Winter kann auch ein Innenfutter von 150 Gramm Sinn machen. Senioren, kranke, geschorene und sehr magere Pferden brauchen im Winter eine Wattierung von 200 Gramm. Alles was darüber hinaus geht, ist erwiesenermaßen kontraproduktiv.

Welche Wassersäule bei Regendecken für Pferde?

„Wassersäule“ ist eine Maßeinheit für die Wasserdichtigkeit eines Gewebes. Um diese zu ermitteln, wird eine Art Messbecher ohne Boden auf einen Stoff gestellt und langsam mit Wasser gefüllt. Sobald das Gewebe Feuchtigkeit durchlässt, wird der entsprechende Wert auf der Messskala notiert.

Das Wasser erzeugt durch sein Gewicht einen gewissen Druck. Der Begriff „Wassersäule“ steht bei Regendecken für Pferde für den Wasserdruck, dem die Außenmembran standhalten kann. 1.000 Millimeter Wassersäule repräsentieren den Druck von einem Liter Wasser auf einen Quadratdezimeter (1 kg pro dm³).

Regenjacken und andere Funktionskleidung für Reiter dürfen ab 1.300 mm Wassersäule als regendicht bezeichnet werden. Je höher der Wert ist, desto dichter ist das Material. Wobei die Wasserdichtigkeit einer Regendecke fürs Pferd auch noch dadurch beeinflusst wird, ob eine Rückennaht vorhanden ist. Das ist eine Schwachstelle. Außerdem solltest du bei Outdoordecken für Pferde darauf achten, ob die Nähte verschweißt oder anderweitig versiegelt sind.

Unser Tipp: Regendecken für Pferde sollten im Optimalfall eine möglichst hohe Wassersäule und keine Rückennaht haben. Neben einer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit / Atmungsaktivität sind auch versiegelte Nähte von Vorteil. Die Winddichtigkeit spielt bei ungeschorenen Pferden keine größere Rolle.

Braunes Pony mit langer Mähne auf der linken Seite steht nass auf einer Wiese
Pony im Regen auf der Wiese
Foto © Marie Charouzova shutterstock.com

So findest du eine reißfeste Regendecke fürs Pferd

Wie lange halten wohl Outdoordecken auf einer Koppel für Jährlingshengste? Wer nach wirklich reißfesten Regendecken für Pferde sucht, kann sich an dem D-Wert orientieren. D steht in diesem Fall für Denier. Das ist ein Wert, der aussagt, wie belastbar die einzelnen Fasern in einem Gewebe sind. Aktuell ist ballistisches Nylon das stärkste Gewebe auf dem Markt.

Damit Regendecken für Pferde nicht gleich bei der nächsten Koppelparty zerlegt werden, brauchen sie eine gute Verarbeitung, stabile Nähte und Beschläge, sowie einen hohen D-Wert. Decken aus belastbarem Gewebe sind zwar teurer in der Anschaffung, halten aber auch länger. Gerade bei Regendecken ist das wichtig: Geflickte Decken sind nämlich nicht mehr 100 % wasserdicht.

Unser Tipp: Bei jungen, aktiven Pferden auf einen hohen D-Wert achten.

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