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Pferd Satteln - so geht es richtig!

Braunes Pferd am Anbinder wird von einer Reiterin gesattelt
Foto © CameraCraft shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Ob englischer Sattel, Rennsattel oder Westernsattel, bevor ein Pferd mit Sattel geritten werden kann, muss dieser richtig angelegt werden. Dabei kommt es neben der richtigen Position auch auf die optimale Unterlage, zum Beispiel eine Schabracke und die benötigte Einstellung der Steigbügel an.

Wie richtig gesattelt wird und wie man den passenden Sattel für sein Pferd findet, erklären die folgenden Abschnitte.

Ein Pferd richtig satteln - Anleitung

Bevor ein Pferd gesattelt wird, muss es zunächst geputzt werden. Denn wenn im Fell noch Staub und Dreck sind, entsteht durch den Sattel Reibung, welche die Haut reizt. Die Gurtlage, die empfindlichen Bereiche hinter den Ellenbogen und der Widerrist sind hier besonders stark betroffen.

Zudem müssen vor dem Satteln beide Steigbügel hochgezogen und der Sattelgurt über dem Sattel liegen, damit beim Auflegen nichts eingeklemmt wird.

Decke wird aufgelegt beim Pferd Satteln
Die Sattelunterlage wird aufgelegt
Foto © CameraCraft shutterstock.com

Englischer Sattel

Ist die Sattelunterlage nicht befestigt, wird sie von der linken Seite aus auf den Hals gelegt, damit ihre vordere Hälfte vor dem Widerrist liegt. Nun wird der Sattel daraufgelegt. Ist die Satteldecke bereits am Sattel befestigt, werden beide Komponenten ebenfalls circa 20 cm vor den Widerrist gelegt.

Jetzt wird die Satteldecke vorne glatt gezogen, damit sie nach oben in die Sattelkammer reicht und dort mit ihrer Mitte oben anstößt. Das hintere Ende liegt ebenfalls mittig unter dem Sattel und wird nach Bedarf korrigiert.

Die richtige Sattellage beim Pferd: Jetzt wird der Sattel zusammen mit der Unterlage langsam nach hinten geschoben, bis zur tiefsten Stelle des Rückens. Bei den meisten Pferden ist diese Position klar zu erkennen. Der Sattel sollte immer nur in Fellrichtung geschoben werden, damit das Fell glatt bleibt und keine Druckstellen fördert. Jetzt wird auf die rechte Seite des Pferdes gewechselt und auch dort die Position der Unterlage kontrolliert.

Sattelgurt richtig anlegen: Anschließend wird der Sattelgurt heruntergenommen, sodass er locker und gerade herunterhängt. Durch einen erneuten Wechsel auf die linke Seite kann der Gurt unter dem Bauch hindurchgeführt werden und im ersten Loch geschlossen werden. Nach einer erneuten Kontrolle von Sitz und Gurtlage wird er dann locker angezogen. 

Nach kurzem Führen des Pferdes wird der Gurt schließlich so festgezogen, dass er beim Aufsteigen nicht verrutscht. Dabei sollten noch zwei Finger zwischen Bauch und Gurt passen. Nach circa zehn Minuten wird noch einmal nachgegurtet, aber nicht zu fest.

Westernsattel richtig satteln

Die richtige Sattellage beim Pferd für das Westernreiten: Beim Satteln mit Westernsattel gibt es einige Unterschiede. So wird die Unterlage immer vorab auf den Rücken gelegt, das Auflegen des schweren Sattels erfordert meist etwas Übung.

Liegt er im Anschluss richtig, wird die Unterlage in die Kammern hochgezogen, wobei die Fellhaare nicht aufsteigen dürfen oder entsprechend glattgestrichen werden müssen.

Moderne Westernsattel verfügen über einen normalen Gurt, der nach dem Flaschenzug-Prinzip bedient wird.

Ein alter Westernsattel wird nach den Rigging-Prinzipien verzurrt, die unbedingt von einem Profi gezeigt werden sollten. Das Nachgurten erfolgt wie beim englischen Sattel. 

Sattel wird aufgelegt bei einem braunen Pferd am Anbinder
Pferd richtig satteln: Wenn die Decke korrekt liegt kommt der Sattel
Foto © CameraCraft shutterstock.com

Wo müssen englischer Sattel und Westernsattel beim Pferd liegen?

Der englische Sattel beim Pferd liegt richtig, wenn die Vorderkante der Pauschen zum Schulterblatt zwei Fingerbreit Platz lassen, solange das Pferd normal steht. Der Sattelgurt befindet sich an der schmalsten Stelle des Bauchs und zum Vorderbein bleibt exakt eine Handbreit Platz. 

Beim Westernsattel gelten ähnliche Vorgaben, er liegt jedoch weiter vorne auf dem Schulterblatt, während der Sattelbaum auf beiden Seiten des Widerrists tief genug liegt und Stabilität ermöglicht. Zwischen Widerrists und Fork sollten dabei aber zwei bis drei Fingerbreit Platz bleiben.

Was muss ich beim Satteln von einem nassen Pferd beachten?

Ein nasses Pferd satteln: Ist ein Pferd zwar sauber, jedoch nass, sollte es vor dem Satteln kurz abgetrocknet werden. Generell kann man ein Pferd zwar auch nass satteln, da die Feuchtigkeit über dem natürlichen Fettfilm des Fells liegt und nicht bis zur Haut vordringt, jedoch erzeugt die Feuchtigkeit zusätzliche Reibung.

Ein nasses Pferd, das zusätzlich auch noch schmutzig ist, muss es vor dem Satteln zunächst geputzt werden. Dabei wird grober Dreck im Sattel- und Gurtbereich ausgebürstet, ohne die Nässe zu tief in das Fell zu bürsten. 

braunes Pferd wird gesattelt und der Gut angelegt
Pferd richtig satteln: Sattelgurt zunächst nur locker anlegen
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Wie stelle ich die Steigbügel nach dem Satteln richtig ein?

Um die richtige Länge der Steigbügel nach dem Satteln einzustellen, setzt sich der Reiter aufs Pferd und lässt die Beine zunächst locker herunterhängen. Der Steigbügel sollte nun auf die Höhe der Fußknöchel gebracht werden.

Generell ist dieses Bügelmaß aber keine feste Vorgabe, da sich der Reiter mit der jeweiligen Bügellänge auch wohlfühlen sollte. Ein Korrigieren ist also immer möglich.

Sattelzwang und seine Anzeichen

Das Satteln sollte generell in Ruhe und ohne Zwang oder Stress erfolgen. Andernfalls kann sich ein sogenannter Sattel- oder Gurtzwang entwickeln, der ängstliches oder panisches Verhalten beim Pferd fördert, insbesondere beim Satteln. Anzeichen für Sattelzwang beim Pferd sind:

  • Anlegen der Ohren
  • Pferd beißt beim Satteln in Richtung Gurt, Mensch oder in den Anbindestrick
  • Panikattacken mit Steigen
  • Austreten
  • Fallenlassen
  • Pferd gähnt beim Satteln

Ein Sattelzwang entsteht in der Regel durch Schmerzen oder einen unpassenden Sattel. Diese Faktoren sollten bei auffälligem Verhalten ebenfalls überprüft werden. Auch die richtige Unterlage kann Sattelzwang vorbeugen.

Welche Sattelunterlage ist beim Satteln die Richtige?

Generell erfüllen alle Sattelunterlagen eine Schutz- und Polsterfunktion. Gleichzeitig verteilen sie das Gewicht vom Sattel und auch dem Reiter gleichmäßiger auf dem Pferderücken. Ein Satteln mit folgenden Sattelunterlagen ist je nach Verwendungszweck und persönlichen Vorlieben möglich.

Schabracken begeistern viele Reiter durch ihre optische Vielfältigkeit. Ob in knalligen Farben oder mit Mustern, die große rechteckige Form der Schabracke kann durch viel Spielerei zusätzlich hervorgehoben werden.

Eine Satteldecke ist ein echter Klassiker und entspricht in ihrer Größe und Form der eines Sattels. Somit ist sie kaum sichtbar und bietet dennoch ausreichend Schutz. 

Ein Sattelkissen genannt, bietet keine Schutzfunktion, aber einen Stoßausgleich. Dabei kann es sogar muskuläre Defizite ausgleichen. Genutzt wird es zusätzlich zu einer Schabracke oder Satteldecke und wird aus Lammfell, Filz oder Gummi gefertigt. Hinzu kommen verschiedene Füllungen, wie Schaumstoff, Baumwolle, Synthetik oder Gel.

Auch das Sattelpad übernimmt wichtige polsternde Funktionen und kommt in der Regel beim Westernsattel zum Einsatz, da diese keine eigenen Polsterungen aufweisen. Besonders beliebt sind Lammfellpads, da diese zusätzlich die Temperatur regulieren.
 

Wie findet man den passenden Sattel?

Pferdesättel gibt es in zahlreichen Ausführungen und Größen. Generell sollte der richtige Sattel zu den persönlichen Bedürfnissen von Pferde und Reiter passen. In Pferdefachgeschäften wird man dazu sehr gut beraten. Generell sollte bei einem Sattel nicht gespart werden, damit er auch mit einer hohen Lebensdauer überzeugt. 

Passform besser regelmäßig überprüfen

Hat man einen richtigen Sattel gefunden, dann sollte dieser regelmäßig auf seine Passform überprüft werden, da sich das Pferd muskulär verändert und der Sattel dann erneut angepasst werden muss. Mindestens einmal im Jahr sollte die Passform vorbeugend überprüft werden. Gegebenenfalls sollte ein Sattler den Sattel richtig anpassen.

Fazit:

Das richtige Satteln gehört zum Reiten ebenso dazu, wie der passende Sattel und die richtige Unterlage. Dabei kommt es viel auf die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben an.

Das richtige Satteln sollte gelernt sein, um Druckstellen und Schmerzen beim Pferd zu vermeiden. Ebenso wichtig ist das vorherige Putzen.

Das Satteln mit Westernsattel unterscheidet sich zum Satteln mit englischem Sattel in wenigen Aspekten, kann mit etwas Übung und unter Anleitung aber von jedem erlernt werden.

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